Mitarbeiterin Sarah Kaufmann
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Sarah – Lebefrau und Hexe-to-be

Die Sarah kommt eigentlich vom Radio. Das überrascht einen nicht, wenn man sie reden hört. Denn sie redet gern und viel. Und sie hat viel zu erzählen, denn sie hat bewegte Jahre hinter sich, gefühlt in fast allen Ländern der Welt - äh Südamerika.

Nun hat die Schweiz sie wieder - aber zurück zum Radio will sie nicht. Stattdessen wollte sie zurück zu uns und startet gerade als neue Hofladenleiterin auf dem Bächlihof durch.

Wenn jemand eine spannende Geschichte hat, dann Sarah. Drum lest unbedingt ihr Interview - für einmal nicht von ihr, sondern über sie:

SEIT WANN ARBEITEST DU HIER?

Es ist kompliziert :-).

Erstmals bei Jucker gearbeitet hatte ich 2013, nachdem ich beim Radio gekündigt hatte. Damals erlebte ich meine erste Kürbissaison im Hofresti in Seegräben. Danach bin ich 9 Monate durch Südamerika gereist. 2014 kam ich zurück - pünktlich zur nächsten Kürbissaison. Ich arbeitete als Aushilfe im Hofrestaurant, bei den Hofevents und ab und zu im Hofladen. Ende 2015 habe ich mir einen Traum erfüllt und bin ich nach Palomino, Kolumbien ausgewandert und habe dort mit meinem damaligen Partner das Café-Restaurant «Che Parcero» aufgebaut (welches er immer noch erfolgreich betreibt).

Nach 3 Jahren wollte ich zurück nach Hause und zurück zum Jucker. Glücklicherweise wurde just in dem Moment der Job als Hofladenleiterin in Jona frei und ich habe ihn bekommen – Hurrah!

Die kurze Antwort auf die Frage wäre also, dass ich seit Mitte August 2019 auf dem Bächlihof fest angestellt bin.

Warum bist du zurückgekommen?

Das Leben in der 3. Welt war schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte. Der ewige Sommer war 2 Jahre lang romantisch - dann wurde es für mich aber schwierig.

Was ich krass gemerkt habe: In Kolumbien arbeitet man viel für wenig und das schränkt ein. Mit einem kolumbianischen Verdienst wird der Bewegungsradius kleiner. Ein Besuch in der Schweiz wird schwierig. So weit weg von Familie und Freunden wollte ich nicht sein, ich bekam irgendwann Heimweh und habe realisiert, wie wichtig und unersetzbar mein Umfeld und meine Familie sind. Darum bin ich zurückgekommen.

WAS IST DEIN JOB? Was machst du so den ganzen Tag?

Ich bin Leiterin des Hofladens auf dem Bächlihof und zuständig für Geschenkbestellungen.

Mein Tag beginnt damit, das Gemüseregal frisch aufzufüllen, das Gemüse zu rüsten und schön zu präsentieren. Danach werden die anderen Regale aufgefüllt, Daten bei Milch- und Fleischprodukten kontrolliert und zweimal in der Woche mache ich Bestellungen. Im Winter darf ich unsere Hasen und Geissen füttern, das ist mein Lieblings-Ämtli.

Daneben bleibt Zeit für Geschenke. Einerseits kümmere ich mich um einzelne Bestellungen von Privatpersonen, andererseits und vor allem aber auch um grössere Bestellungen von Firmen, die ihre Mitarbeiter oder Kunden beschenken möchten. Das ist gerade in der Vorweihnachtszeit ein ziemlich intensiver Posten. Mein Job ist es, das ideale Geschenk zu finden und den Auftrag zu organisieren. Die Geschenke werden dann in Rafz auf dem Spargelhof bereitgemacht und von dort ausgeliefert oder abgeholt.

WAS GEFÄLLT DIR HIER?

Ich bin ganz offen Fan von Jucker Farm. Das Arbeitsklima und wie es hier «mänschelet» machen es aus. Ich habe gelernt, dass ich viel zufriedener bin, wenn ich nicht nur im Büro sitze. Ich bin gerne auf den Beinen und im direkten Kontakt mit Menschen. Beim Radio habe ich zwar mit Leuten geredet, aber ich stand dabei allein im Studio.

Ich mag den Kontakt mit den Kunden, deshalb bin ich gerne an der Front. Und ich darf hier einen Laden leiten, der wahnsinnig viele eigene Produkte hat, die nachhaltig und aus eigenen Rohstoffen hergestellt werden. Schöne, korrekte Produkte, hinter denen ich stehen kann und die ich mit Überzeugung gerne verkaufe. Das ist ein Privileg.

WAS MAGST DU WENIGER GERN AN DEINER ARBEIT?

Hässig werde ich immer dann, wenn ich merke, dass ich Zeug wegschmeissen muss. Zum Glück zaubert unsere Küche aus dem grössten Teil meines Ausschussgemüses feine Gemüsepfannen fürs Mittagsbuffet. Aber am Abend bleibt z.B immer wieder Brot übrig, das wir nicht verkaufen konnten. Mein Gefrierfach ist voll damit...

Und zu viele unserer nachhaltig produzierten Produkte sind in Plastik verpackt. Da können wir noch besser werden. Diese Entwicklung ist übrigens bereits angestossen, daran wird getüftelt…

Was ist dein Lieblings-Jucker-Produkt?

Der Marronikuchen, die Kürbisravioli und der Wurzelspinat.

WAS MACHST DU AM LIEBSTEN AUSSERHALB DER ARBEIT?

Ich bin gerne draussen. Im Sommer hüpfe ich in jeden Tümpel oder Bach. Wasser zieht mich magisch an, ich werde immer noch damit aufgezogen, dass ich als Kind - wenn ich nicht freiwillig reingehüpft bin - in jeden Bach gefallen bin :-D.

Und ich freue mich mega aufs Snowboarden - ich erlebe gerade meinen ersten Winter seit vier Jahren!

HAST DU ZUKUNFTSTRÄUME, DIE DU UNS VERRATEN MAGST?

Gerne! Also... ich brauche unbedingt noch ein fünftes Standbein ;-D.
Ich möchte nebenbei diverse Bereiche der Naturheilkunde kennenlernen.
Irgendwie will ich in diesem Leben noch zur Hexe werden 😊. Meine Zukunft sehe ich in einem kleinen Häuschen im Grünen, eher ohne Kinder, dafür unbedingt mit Kräutergarten, Hunden und Katzen.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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