Apfelringli selber machen

14. März 2017 Valérie

Es ist der Monat des Apfels! Grund genug, sich an Grossmutters Hausrezept für die besten Apfelringli der Welt zu machen! Man hört ja allerlei Schauergeschichten über die Produktion der feinen Rädli im eigenen Ofen und ohne Dörrex. Die Fehlerquelle scheint hoch zu sein. Wir wagen einen Selbstversuch.

Das Rezept haben wir – stinkfaul – im Internet gegooglet. Da gibt’s unzählige Varianten. Das simpelste haben wir auf chefkoch.de (http://www.chefkoch.de/rezepte/1392451244278136/Getrocknete-Apfelringe.html) gefunden.

Das braucht es für die Apfelringli-Produktion
Nicht fehlen dürfen: Messer und "Apfelkernausstecher"

Man nehme…

5 mittelgrosse Äpfel
Schüssel gefüllt mit 1 Liter Wasser (mit Platz für einige Apfelringe)
Saft ½ Zitrone
1 grosse Prise Salz

1 Apfelkern-Ausstecher
1 Rüstmesser, je grösser desto besser
1 Gitter und Küchentuch zum Abtropfen
2 Backbleche

1) Äpfel entkernen

Die Äpfel waschen. Wer will, kann die Äpfel schälen. Wir finden es schöner, wenn die Schale dranbleibt. Dann kommt der erste knifflige Teil: Kerngehäuse entlang der Achse ausstechen. Das ist schon mal schwierig. Wie zum Henker soll man wissen, wo’s unten fertig ist? 3 von 5 Äpfel brauchen mehr Anläufe und haben halt eher Erdnüssli-förmige Ausstech-Löcher in der Mitte. Wie wir später sehen, hält sich der optische Schaden nach dem Trocken in Grenzen.

Erraten, wo die Achse des Apfels genau verläuft und energisch durchstechen ;-)
Apfel mit Loch

2) Scheiben schneiden

Geschickte Menschen schaffen es bestimmt, alle gleich dick zu schneiden. Die Praxis zeigt: Für den Durchschnittsmenschen nicht ganz einfach. Je dünner desto besser, weil schneller trocken. Ideal seien zwischen 3-5 Millimeter. 5 empfinde ich als deutlich zu dick.

Richtig zielen ist gar nicht einfach :-)...
...alle Ringe gleich dick schneiden auch nicht!

3) Apfelringli einlegen

Die Schüssel mit dem Wasser, Zitronensaft und Salz bereits vor dem Schneiden parat stellen und die Apfelringli laufend darin einlegen, damit sie nicht braun werden. Irgendwann wird’s etwas eng. Dann immer mal wieder mit der Hand durchmischen, dass Alle Ringli zu Zitronensäure kommen. Hier gibt es auch Varianten mit Zimt, die bestimmt auch lecker schmecken.

Möglichst gleichmässige Ringe schneiden, ca. 3 mm dick
Im Zitronenwasser einlegen, damit sie nicht braun anlaufen.
Ringli aus der Schüssel nehmen und abtropfen lassen.

4) Abtropfen lassen

Die Apfelringli aus der Schüssel nehmen und auf einem Ofenrost ein paar Minuten abtropfen lassen. Damit es keine Sauerei gibt, Küchentuch darunter legen.

5) Trocknen

Nun gibt es 3 Varianten, die Apfelringli zu trocknen, wenn man keinen Dörrex hat. Entweder man trocknet die Ringli im Ofen, oder man lässt sie in der Zimmerluft trocknen. Je nach Humor hübsch aufgereiht an einer Schnur, oder wie kleine Söckli am Wäscheständer :-).

5a) Ofen

Bei 50 Grad Umluft und leicht geöffneter Tür dauert es gute 6 Stunden, bis die Ringli fertig sind. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, stecke ich eine Holzkelle in die Ofentür. Nicht sehr ökologisch, geht aber nicht anders. Die Temperatur habe ich nach 2 Stunden auf 60 Grad erhöht, weil es mir zu wenig schnell ging. Hat auch geklappt.

Im Ofen: Vorher...
...und nachher
5b) An der Schnur

Nicht ganz einfach, in der Wohnung einen geeigneten Ort zu finden. Bei mir wird’s die Garderobe. Da nur eine Testgruppe da aufgehängt wird, geht’s. Bei der gesamten Menge wird es schwierig.

Weil die Ringli so lange da hängen, leiern sie aus, wie Ohrläppchen von alten Damen. Sieht nicht so schön aus und manche fallen fast runter.

An der Schnur trocknen lassen...
Praktisch, aber etwas unschön, wie ausgeleierte Ohrläppli
5c) Am Wäscheständer

Nicht ganz ernst gemeint, und auch nicht zweckmässig. Von den Chlüpperli gibt es blöde braune Abdrücke auf den Apfelringli. Auch nicht hübsch. Trocknen tun sie gleich schnell.

Gut hausfräulich: An der Wäscheleine ;-)
...auch nicht über alle Zweifel erhaben

Gemäss Rezept sind die Apfelringli gut, wenn sie schön «ledrig» sind und keine Feuchtigkeit mehr absondern, wenn man reindrückt.

Fazit

Ganz schön knifflig ist es, die Apfelringli schön in Form zu bringen. Allerdings hält sich die optische Beeinträchtigung in Grenzen. Beim Trocknen fallen die Makel nicht mehr so auf. Das Trocknen klappt besser als erwartet. Das Endresultat lässt sich sehen. Die schönste und schnellste Lösung kriegt man mit dem Ofen. Allerdings ist das nicht so ökologisch.

Schmecken tun sie auf jeden Fall fantastisch!

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