Mystisches Gemüse

04. Juli 2016 Giacinto

Neben vielen Erdbeeren, Himbeeren und Kräutern läuft die Knoblauch-Ernte bei uns in Rafz auf Hochtouren. Wir wagen uns an das spannende Gemüse. Denn es steck mehr drin, als manch einer vermuten mag. Schon die Ägyptischen Sklaven legten die Arbeit konsequent nieder und traten in einen Ausstand, wenn die tägliche Portion an Knoblauch nicht geliefert wurde.

Von unserem Spargelhof in Rafz gibt es jeweils ab April frischen Knoblauch. Ab Anfangs Juni bis Ende August dann getrockneten Knoblauch.

Ab Februar bekommt man frischen Knoblauch aus Ägypten, später kommt er aus Frankreich und Italien. Getrockneter Knoblauch ist das ganze Jahr über erhältlich.

„Chobli“ (Schweiz) auch bekannt unter: „Stinkende Rose“ (alte Griechen), „Knoblecht“ (St.Gallen), „Knoblich“ (Aargau), „Gartenknoblauch“ (Nordfranken) oder auch „Chlofalauh“ (Mittelalter).

Geschichte

Knoblauch war schon im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Ägyptische Sklaven benutzten Knoblauch als Stärkungsmittel und um Läuse und Darmparasiten zu vertreiben.

Römer und Griechen wussten ebenfalls um die Heilmöglichkeiten der Pflanze.

Im Talmud (der Talmud ist eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums) wird sein stetiger Genuss empfohlen, denn der Knoblauch sättige den Körper, gebe dem Geist Klarheit, stärke die Manneskraft und vertreibe Parasiten aus dem Darm. Der Knoblauch blieb auch im Mittelalter wichtig, wo etwa Bisswunden(von Hunden, Schlangen usw.), Haarausfall, Zahnschmerzen, Hautausschläge, Lungenleiden oder Menstruationsstörungen damit behandelt wurden. Im Spätmittelalter wurde der Knoblauch, der ganz allgemein als entgiftend galt, auch gegen die Pest angewandt.

Herkunft

Knoblauch ist eine Kulturpflanze und gelangte aus den Steppengebieten Zentral- und Südasiens über das Mittelmeer nach Europa, der Wild-Typ gilt als ausgestorben.

Knoblauchfeld
Chnoblifeld in voller Pracht
Knoblauch aus Rafz
Rafzer Chnobli vom Spargelhof

Wissenswertes

Der Genuss von Knoblauch führt in der Regel dazu, dass im Atem hinterher ein charakteristischer Geruch wahrnehmbar ist, der von manchen Menschen als unangenehm empfunden wird.

Gute Mittel gegen den Geruch sind Milch, Chlorophyll (z.B. aus Petersilie) oder Ingwer.

Allerdings kann der Knoblauchgeruch generell nicht vollständig neutralisiert werden, da die Geruchsstoffe teilweise auch über die Haut abgegeben werden.

Geschmack

Knoblauch liefert ein einzigartiges Aroma und nebenbei auch jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Roher Knoblauch schmeckt grundsätzlich schärfer und kräftiger als der Gelagerte. 

Zubereitung

Bei der Zubereitung von frischem und getrocknetem Knoblauch gibt es Unterschiede.

Die Schale vom frischen Knoblauch ist noch zart und elastisch und muss deshalb nicht unbedingt entfernt werden. Man kann die Knolle einfach in etwas dickeren Scheiben schneiden und mit garen oder braten. Der frische Knoblauch karamellisiert dann leicht und bekommt einen feinen süsslichen Geschmack. Beim frischen Knoblauch kann man alles verwenden, auch den Stängel wie bei den Frühlingszwiebeln. Beim Kochen mit getrocknetem Knoblauch, sollte man zwischen folgenden drei Varianten wählen: 

  1. Die Knoblauchzehe im Ganzen in der Schale mit garen (z.B. bei Schweinebraten) und dann später aus der Schale lösen.
  2. Die Knoblauchzehe leicht mit einem Messerrücken andrücken und dann mitbraten.
  3. Die Zehe schälen und komplett von der Haut befreien; dann mit einem Messer in Scheiben oder kleine Würfel schneiden und mitbraten oder dünsten.

Aberglaube

Knoblauch wurde zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten als Talisman getragen und als Abwehrmittel gegen Dämonen, Geister und Vampire benutzt. In der Magie spielte Knoblauch als Schutzmittel gegen Verhexung und der Abwehr gegen den "bösen Blick" eine Rolle.