Kuerbis Erntedank
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Erntedank!

Diesen Sonntag ist Erntedankfest. Zumindest in Deutschland gilt das als offizieller Feiertag. Bei uns nicht. Und trotzdem wird es auch bei uns gefeiert. Wann gefeiert wird, ist aber von Ort zu Ort unterschiedlich.

Die Idee, ein Dankesfest zu feiern dafür, was einem die Erde gegeben hat, ist uralt. Und auf der ganzen Welt verbreitet. Die Feste finden an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr statt. Je nach Vegetationszyklus und Klimazone.

Heute, wo alles praktisch immer im Supermarkt verfügbar ist, mag es fernliegen, sich darauf zurückzubesinnen, dass andere Zeiten mit Ernteausfällen und Hungersnöten gar nicht so weit weg liegen. Und gerade dieses Jahr sollten wir besonders dankbar sein, für die Ernte, die uns geblieben ist…

DAS ERNTEDANKFEST IN EUROPA

In Europa liegt das Erntedankfest traditionell um die Tag- und Nachtgleiche am 23. September. Zur Zeit der Reformation, so scheint es, hat die Kirche diese Festtage kurzerhand an den christlichen Heiligen festgemacht. Und zwar irgendwann zwischen dem Bartholomäustag Ende August und dem Martinstag am 11. November. Auch heute noch werden Erntedanks-Gottesdienste abgehalten und zwar irgendwann in dieser Zeitspanne. Dieses Jahr fanden die meisten Erntedankgottesdienste im Züri Oberland in der vergangenen Woche statt.

Im Kanton Bern wird die Tradition noch am intensivsten gelebt. Heuer war die «Sichlete» am 18. September in Bern. Früher gab es zur Sichlete jeweils ein Festessen, zum Dank für Mägde und Knechte und alle anderen, die bei der Ernte mitgeholfen haben. An der Sichlete stellen die Bauern auch heute noch ihre Produkte zur Schau.

In Deutschland wird Erntedank seit 1972 – zumindest in der katholischen Kirche – jeweils am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Weidegans Gänsebraten

Hierzulande beliebter: Der weihnachtliche Gänsebraten (Bild: fotolia).

THANKSGIVING IN DEN USA

In den USA ist Thanksgiving mittlerweile das wichtigste Familienfest des Jahres. Während auch in den USA der Ursprung der Dank für die Ernte die Idee war, geht es heute viel mehr darum, allen Erfolg und alles Gute zu feiern und Zeit mit der Familie zu verbringen.

Der Ursprung von Thanksgiving soll auf eine denkwürdige Feier im Jahre 1621 zurückgehen. Zusammen mit den Wampanoag-Indianern sollen die Pilgerväter in Massachusetts ein dreitägiges Erntedankfest gefeiert haben. Ohne die Hilfe der Indianer hätten die Kolonisten den folgenden Winter nicht überlebt. Offiziell gilt dieses Fest als Ursprung für Thanksgiving. Ob es so wirklich stattgefunden hat, ist aber nicht belegt (Wikipedia.org).

Zum Nationalen Feiertag hat es Thanksgiving geschafft, als Abraham Lincoln ihn 1863 offiziell als solcher ausgerufen hatte. Heute ist Thanksgiving immer am vierten Donnerstag im November. Dieses Jahr also am 23. November.

WARUM DER TRUTHAHN?

Das ist scheinbar nicht so klar. Es gibt verschiedene Theorien. Die plausibelste: Geflügel seien ebenfalls Teil der oben genannten Ursprungs-Feier gewesen. Truthahn war zu jener Zeit ein in Nordamerika sehr häufiges Geflügel, zu dem man leicht kam und der auch von den Indianern bereits domestiziert wurde. Dementsprechend war er relativ günstig. (Weitere spannende Hintergründe rund um den Truthahn, in Englisch: countryliving.com und wonderopolis.org).

Die Truthahn-Tradition aus den USA schwappt mittlerweile auf Europa über. Gemäss einem Artikel von 20-Minuten im August 2014 habe sich der Truthahn-Absatz der Frifag (Migros) zu Thanksgiving innert 10 Jahren verzehnfacht. Auch zu Weihnachten würden immer mehr Truthähne gegessen.

Punkto Beliebtheit dürfte hierzulande jedoch immer noch der Gänsebraten die Nase vorn haben. Und der gewinnt ebenfalls zunehmend an Beliebtheit. Ab sofort können per 11.11. oder auf später unsere Weidegänse aus Freilandhaltung im Rafzer Feld vorbestellt werden.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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