Zu Jucker Farm
Mandelblüten trotz Trockenheit
von Valérie

Trockenheit zum Frühlingsbeginn

Für unsere Spargeln war und ist es ein Traumstart: Der warme, trockene März. Gemäss Meteo hat er das Potenzial zu einem der Trockensten überhaupt. Aber auch einer mit besonders kalten Nächten.

Meteo schrieb am 15. März 2022: «Weil es derzeit auch für die zweite Hälfte des Monats trocken aussieht, könnte es diesen März einen neuen Negativrekord beim Niederschlag geben. Dann wäre in Zürich der Rekord von 2012 bereits wieder überholt. Im trockensten März von Zürich gab es immerhin noch 13.2 Liter Regen auf den Quadratmeter. Bis jetzt sind es deutlich weniger.» (meteonews.ch)

Für den Freizeitmenschen ja an sich eine lässige Sache, aber:
Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Noch entspannt

Ja, es ist trocken, aber so richtig kritisch ist es noch nicht – lauten die Rückmeldungen von der Produktionsfront.

Stefan Bächli, leitender Obstbauer auf dem Bächlihof meint dazu: «Obstanlagen sind ja mehrjährige Kulturen und den ausgewachsenen Bäumen macht die Trockenheit noch nichts aus. Die Wurzeln reichen tief genug. Nur die Bodenoberfläche ist trocken.» Bei den frisch gepflanzten Jungbäumen habe man präventiv ohnehin schon bewässert. Kritisch werde es erst, wenn die Trockenheit nochmal 3 Wochen anhalte: «Solange die Bäume noch kein Laub haben, sind sie auch noch nicht voll im Saft und ihr Wasserbedarf hält sich in Grenzen. Irgendwann kommen aber die Blüten und die brauchen Nährstoffe, die nur mittels Wasser an ihr Ziel gelangen. Da müssten wir dann anfangen zu bewässern. Wir sind dafür aber eingerichtet.»

«Der Wasserbedarf der Pflanzen hält sich noch in Grenzen»

Ähnlich entspannt klingt es auf dem Spargelhof. Sven Studer, landwirtschaftlicher Koordinator der Jucker Farm AG sagt: «Also dramatisch ist die Lage bei weitem noch nicht. Bei den wirklich heiklen Kulturen (Beeren generell) bewässern wir sowieso, da die Düngung auch via Bewässerung läuft. Etwas unbequem ist es auch beim Weizen und generell bei den Untersaaten, die wir gerne beim Getreide machen würden. Aber auch da können wir reagieren und mit einem Direktsaatgerät arbeiten, das die Samen einige Zentimeter tief in die Erde einbringen. Dort sind die Keimbedingungen noch besser. Die Trockenheit ist momentan noch relativ oberflächlich.» Auch in Rafz ist die Lage noch nicht so dramatisch, weil der Wasserbedarf der Pflanzen noch klein ist - ähnlich wie in Seegräben. Es ist schlicht noch nicht viel da. Und die Wurzeln der Spargeln reichen tief genug.

Noch kein Laub: Bei den Apfelbäumen ist noch ziemlich "tote Hose".

Ganz anders sieht es bei den Weiden aus, die stehen schon ziemlich in der Blüte.

...und bei der Linde vor dem Juckerhof "drücken" die Blätter schon aus den Knospen...

Zum Vergleich: Birnenlaub im Juni - hier wäre Trockenheit schlimmer...

Wunschwetter

Eigentlich sind wir gar nicht so weit entfernt vom perfekten Frühlingswetter aus Produktionssicht. «Wenn ich wünschen könnte, würde es jetzt mal 2-3 Tage regnen und dann wieder eine gute Woche schön sein», schmunzelt Stefan Bächli. In Rafz klingt es ganz ähnlich.

Wir sind also guter Dinge – auch wenn man die Bauernregeln berücksichtigt, scheint es ein gutes Jahr zu geben: «Ein heiterer März erfreut des Bauern Herz» oder «im Märzen kalt und Sonnenschein, wird’s eine gute Ernte sein.». Aber dann halt auch wieder: «Märzensonne – kurze Wonne» (wetter.de) Wie dem auch sei – wir nehmen’s wie’s kommt. Etwas anderes bleibt uns auch gar nicht übrig.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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