
Wie wir mit der Trockenheit umgehen
Kurz erklärt
- Hitze und vor allem Trockenheit machen 2026 zu einem Herausfordernden Jahr für die Landwirtschaft.
- Das Bewässern von Kulturen ist für Landwirt*innen enorm aufwändig und im Sommer nur nachts möglich.
- Selbst Kulturen wie Kürbisse, die gerne trockenes, warmes Wetter haben, leiden unter diesen Bedingungen.
- Bei so extremer Trockenheit sind mehrere Tage Niederschlag nötig, damit sich die Situation bessert.
Kaum ist die eine Hitzewelle vorbei, rollt bereits die nächste heran. Der Sommer 2026 ist nicht nur sehr heiss, sondern auch enorm trocken. Stand 30. Juni 2026 zeigt die Nationale Trockenheitsplattform für die gesamte nördliche Hälfte der Schweiz «extrem hohe» Trockenheit an – Gefahrenstufe 4.
Hitzewellen gab es auch schon in anderen Sommern, nur meist nicht so früh oder über eine so lange Zeit. Was 2026 für die Landwirtschaft zusätzlich herausfordern macht, ist, dass auch der Frühling sehr trocken war. Im Kanton Zürich wird der Grossteil der Landwirtschaftsfläche nicht künstlich bewässert. Landwirt*innen sind daher von regelmässigem Niederschlag abhängig.
Wie der Kanton Zürich schreibt, können Landwirtschaftsbetriebe bei ausgeprägter Trockenheit eine Bewilligung bei ihrer Gemeinde beantragen, um Wasser aus Seen und Flüssen für die Notbewässerung zu entnehmen.
«Bewässern ist richtig teuer. Es ist immens viel Arbeit.»
Röbi Portmann, Leiter Landwirtschaft, Juckerhof
Aber: So eine Notbewässerung ist nicht ganz ohne. «Bewässern ist richtig teuer. Es ist immens viel Arbeit», sagt unser Leiter Landwirtschaft auf dem Juckerhof, Röbi Portmann. Um unsere Obstbäume, die Reben und die Wildkultur auf dem Juckerhof am Leben zu erhalten, pumpen Röbi und sein Team Wasser aus dem Pfäffikersee ab. Bewässern können sie nur nachts. Am Tag würde zu viel Wasser verdampfen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass begossene Kulturen unter der Sonneneinstrahlung verbrennen.
Röbi hat aber auch eine positive Beobachtung gemacht: «Wir brauchen auf dem Juckerhof allgemein weniger Wasser. Dank dem regenerativen Anbau kann der Boden das Wasser besser und schneller speichern.»
Sogar die Kürbisse leiden
Kürbisse mögen warme Temperaturen und trockenes Wetter eigentlich. Dieser Sommer ist aber sogar ihnen eine Nummer zu heftig. Die Pflanzen leiden. Da wir in Rafz – wo unser Spargelhof steht – und Umgebung sehr viele Kürbisfelder haben, fehlen schlicht die Zeit und Man-/Womanpower, um sie alle zu bewässern.
Da Rafz über keinen See verfügt, kommt ein Teil des Wassers für die Bewässerung aus dem Rhein, ein Teil ist normales Hahnenwasser. Bewässern geht auch hier nur, wenn die Sonne unter- oder noch nicht aufgegangen ist.
Im benachbarten Eglisau, wo wir ebenfalls Felder haben, müssen sich die Landwirt*innen mit dem nächtlichen Bewässern abwechseln, wie unsere Beerenbau-Chefin Valentina Gasser erklärt. Jede Nacht ist ein anderer Hof an der Reihe, damit nicht zu viel Wasser auf einmal verbraucht wird.
Valentina und ihre Mitarbeitenden haben erst gerade die Erdbeeren für nächstes Jahr gepflanzt. Obwohl die Erddämme, in denen die Pflanzen wachsen, zuvor benetzt wurden, das Team die Erdbeeren zum Schutz vor der Sonne mit Fruchtkalk besprüht hat und Hagelnetzte für zusätzlichen Schatten gespannt wurden, haben die jungen Erdbeerpflanzen Stress beim Anwurzeln (Ja, auch Pflanzen können gestresst sein).
«Wenn so viel Regen in kurzer Zeit fällt, kann der Boden das Wasser gar nicht richtig aufnehmen.»
Valentina Gasser, Leiterin Beerenbau, Spargelhof
Der Wetterbericht sieht nach einigen Schauern in den nächsten Tagen aus. Damit die Lage für die Landwirtschaft besser wird, ist aber Niederschlag über einen längeren Zeitraum hinweg nötig. «Nur nicht wieder so heftige Gewitter», sagt Valentina und erklärt: «Wenn so viel Regen in kurzer Zeit fällt, kann der Boden das Wasser gar nicht richtig aufnehmen.»
Die starken Juli-Gewitter haben auf dem Spargelhof einiges an Schaden angerichtet. Dank Anbau im Tunnel passierte aber den Himbeeren nichts.











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