Alpkäse - ein wahres Märchen

17. Mai 2016 Valérie

Neuerdings haben wir einen ganz besonderen Alpkäse im Hofladen. Von einer Bauernfamilie aus Gibswil – zwischen Hörnli und Bachtel – nur etwa 11 km von Seegräben entfernt. Das Besondere daran: Er ist sozusagen fast aus Milch von „unseren eigenen Kühen“. Stimmt nicht ganz – wir haben natürlich keine eigenen Kühe. Aber von unserer Hofladenchefin Daniela, die auf dem Juckerhof für den Hofladen zuständig ist. Ihre Familie musste die Kühe leider vor kurzem aus familiären Gründen abgeben – und hat der jungen Bauernfamilie von Margrit und Ueli Abderhalden die 12 Kühe und 4 Rinder anvertraut. Und mit denen gehen die Abderhaldens auch diesen Sommer auf die Alp. 

Hofladen-Chefin Daniela Schoch
Das Sommer-Revier der Kühe

Land-Idylle in Form eines Kochbuchs

Ursprünglich kommen die Abderhaldens aus dem Toggenburg, SG. Erst kürzlich sind sie nach Gibswil, ZH übergesiedelt. Feinen Alpkäse produzieren sie seit jeher. Der ist so fein, dass Margrit Abderhalden sogar ein Kochbuch darüber geschrieben hat – und was für ein schönes! Und er ist umso besser wenn man weiss, dass es Käse von den Kühen der eigenen Mitarbeiterinnen ist.

Auf der Alp

*Die Alp, auf der sie den Sommer verbringen, liegt oberhalb von Buchs SG – auf dem Buchsberg in 1400 bis 2000 Metern Höhe. Tatsächlich nehmen die Gibswiler ihre Kühe Ende Mai wieder dahin mit. Eine logistische Meisterleistung. Die Kühe werden mit Lastwagen direkt auf die Alp gebracht. Das sei so Usus in der Schweiz. Die Distanzen vom Unterland seien einfach zu gross. So können auch Kühe aus dem Flachland den Sommer auf der Alp verbringen.

In den rund 100 Tagen bis Ende September sind neben den eigenen 18 Kühe und Rinder noch etwa weitere 70 Kühe von anderen Bauern auf der Alp. Insgesamt 4-5 Erwachsene sind in der Zeit für die Tiere verantwortlich. Zweimal am Tag wird gemolken und die Milch zu Käse und Butter verarbeitet. Die Molke – eigentlich ein Abfallprodukt – wird den Alp-Schweinen verfüttert, die ebenfalls mit auf die Alp kommen im Sommer. Mit dem Verkauf des Alpsäuli-Fleischs im Herbst schliesst sich dann ein schöner Kreislauf. 

Zweimal täglich wird gemolken
Butterproduktion auf der Alp

Warum schmeckt der Alpkäse besonders gut?

Die Vielfalt der Kräuter auf der Alp sei einfach viel grösser als bei der „Standard-Wiese“ im Tal, erklärt mir Margrit Abderhalden. Ausserdem müssten sich die Kühe diese Leckerbissen richtig zusammensuchen. Das schmecke man schlussendlich in der Milch. Da stecke einfach mehr Aroma drin. Und er schmecke nicht nur besser, sondern sei auch noch gesünder: Studien zufolge soll der Alpkäse zudem im Vergleich zu anderen Käsesorten einen erhöhten Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren enthalten und sogar noch besser schmecken (Quelle: Schweizer Alpküche von Margrit Abderhalden).

Und weil der Käse so gut schmeckt verkauft Margrit Abderhalden zudem das Kochbuch „Schweizer Alpküche“ (AT Verlag), das – zusammen mit dem Alpkäse – ebenfalls bei uns in den Hofläden erhältlich ist. Es ist wunderschön gestaltet und enthält tolle Bilder zu den einzelnen Rezepten.

Traditionelle Käseherstellung
Alpsäuli mit Weitblick

Mehr Infos über die Familie Abderhalden und ihre Produkte gibt es unter: http://naturbuur.ch/ 

Anmerkung der Redaktion: Der Käse selbst degustiert und begeistert.