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Hitzige Diskussion um Erntehelfer

Der FarmTicker-Artikel vom 17. März "Und wer erntet jetzt die Spargeln?" hat eingeschlagen wie eine Bombe. Viele Medien haben darüber berichtet. Die Diskussion um die tiefen Löhne der Erntehelfer ist entbrannt. Dazu haben wir verschiedenste Zuschriften erhalten via Mail und Social Media. Gleichzeitig haben sich viele Leute bei uns gemeldet, die aushelfen möchten auf dem Feld. Wir möchten deshalb nochmals auf das Thema eingehen und die dringendsten Fragen beantworten.

Braucht Jucker Farm Hilfe bei der Ernte?

Im Moment haben wir genügend Erntehelfer. Es könnte jedoch bald knapp werden, spätestens wenn andere Kulturen wie z.B. die Erdbeeren reif sind und die Spargelernte auf Hochtouren läuft. Aber andere Bauern wären froh um Hilfe. Deshalb hat Martin Jucker, Gründer und Inhaber von Jucker Farm, kurzerhand mit verschiedenen Vertretern aus Landwirtschaft und Gastronomie sowie dem Personalvermittler COOPLE zusammengespannt und einen Lösung gefunden. Landwirtschaftsbetriebe, die Hilfe suchen und Leute, die gerne helfen würden, werden über diese Plattform vermittelt:

Sie suchen einen Job? Bitte melden Sie sich über diese Plattform an. Wir können aktuell keine Stellen direkt annehmen. Falls Sie Probleme oder Fragen zur Plattform haben, wenden Sie sich bitte an Coople:

Telefon: +41 44 554 50 00
E-Mail: info.ch@coople.com

Welche Hürden gilt es zu überwinden bei der Vermittlung?

Die Lohndifferenz ist aktuell noch die grösste Knacknuss, COOPLE hat den Kontakt zum SECO bereits gesucht. Z.B. Gastronomiemitarbeitende verdienen im Schnitt mehr als ein Mitarbeiter in der Landwirtschaft. Da fragen sich viele, warum sie arbeiten sollen, wenn sie vom RAV mehr Geld erhalten.

Ausserdem ist gerade Spargelstechen erstens eine sehr anstrengende Arbeit und zweitens braucht man dazu viel Erfahrung und Übung. Die weissen Spargeln werden nämlich in den Dämmen blind gestochen.

Warum verdienen Erntehelfer so wenig?

Wir werden aktuell mit dem Vorwurf konfrontiert, unsere Mitarbeitenden auf den Feldern, die oft aus Osteuropa kommen, auszubeuten. Hier möchten wir auf einen älteren FarmTicker-Artikel hinweisen, der sich genau diesem Thema widmet:

Verdienen die Erntehelfer mehr, steigt automatisch der Spargelpreis. Schweizer Spargel wird jetzt schon als sehr teuer wahrgenommen von den Konsumentinnen und Konsumenten. Auch Herr und Frau Schweizer haben eine Schmerzgrenze wenn es um den Preis geht. Wären wir bereit, 25 Franken für einen Bund Spargeln zu bezahlen, würden die billigen Spargeln aus Übersee oder Deutschland gar nicht erst im Regal der Detailhändler landen.

Wir arbeiten seit Jahren immer wieder mit denselben Ernte-Mitarbeitenden zusammen, die teilweise aus Osteuropa oder sogar aus Afrika kommen. Sie kommen alle gerne zu uns arbeiten. Einige ehemalige Erntehelfer arbeiten jetzt auch in der Küche, der Bäckerei, der HofManufaktur usw. Nur weil sie Saisoniers sind, heisst das nicht, dass sie als Mitarbeiter weniger geschätzt werden.

Was passiert, wenn man Spargeln nicht erntet?

Er wächst einfach weiter und wird zu Spargelkraut. Möchte man die Ernte wieder beginnen, muss der Damm neu gefräst und mit Folie bedeckt werden, damit die Spargeln von der Wurzel her nach oben wachsen können. Es wäre also möglich, die Ernte wieder aufzunehmen, ist aber mit Aufwand verbunden.

Es gibt auch einzelne Bauern, die Angst haben, auf den geernteten Mengen sitzen zu bleiben. Denn wichtige Absatzkanäle wie die Gastronomie oder Wochenmärkte sind geschlossen. Wir sind der Meinung, dass unsere Kunden trotz Corona gerne Schweizer Spargel essen. Als Produzent ist es unsere Aufgabe, alternative Verkaufsmöglichkeiten zu bieten. Jucker Spargeln gibt es ab morgen in allen Hofläden zu kaufen sowie im Coop oder auf juckershop.ch. Das ist auch der Grund, wieso wir ab Morgen einen Pop-Up Hofladen auf dem Römerhof in Kloten eröffnen. Und Rezepte, wie man zu Hause Spargeln zubereiten kann, haben wir auch genügend: FeldFood Rezepte

Habt ihr weitere Fragen rund um die Spargelsaison, Erntehelfer oder zu den Hofläden? Schreibt sie in die Kommentare oder kontaktiert uns auf unseren Social Media Kanälen!

Nachtrag: In der 4. Folge des #FarmTalk Podcasts spricht Martin Jucker auch über dieses Thema. Zu hören gibt's den Podcast z.B. auf Spotify oder iTunes.

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

Beiträge von Nadine
Ein Kommentar zu “Hitzige Diskussion um Erntehelfer”
    Houdaifa

    Hallo
    Angesichts der dringenden Notwendigkeit, dass ausländische Arbeitskräfte
    Wir sind drei ausländische Brüder mit Erfahrung in der Landwirtschaft, die sich ihnen zur Verfügung stellen, um unsere Dienstleistungen auf landwirtschaftlichen Betrieben zu erbringen.
    houdaifaahayat1989@gmail.com

    Antworten

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