Abgeschnittene Apfelbaumstämme
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Tabula rasa bei den Apfelbäumen

Manch einem Besucher des Juckerhofs dürfte es ins Auge gestochen sein: Entlang der Dorfstrasse hinter dem Juckerhof in Richtung See und beim Waldstück an der Ecke, wo der Weg zum Seerundweg abzweigt wurden zahlreiche Apfelbäume gefällt.

Kein schöner Anblick im ersten Moment. Doch auch solche Prozesse gehören zur Arbeit eines Obstbauern dazu. Im Endeffekt geht es darum, die Obstproduktion im Schuss zu halten. Und weil das Fällen von so vielen Bäumen auf einmal immer kurzfristig Ertragseinbussen bedeutet, fällt kein Obstbauer so einen Entscheid leichtfertig.

Die Gründe für das Fällen der Bäume sind nicht bei beiden Stellen die gleichen:

Begradigen der Obstanlagen

Die Reihe entlang der Dorfstrasse musste weichen, weil dringend neue Hagelnetze benötigt wurden. Der alte, noch mit Stacheldraht versehene Zaun wird ersetzt und in begradigter Form wiederhergestellt. «Die Anlage ist so einfacher zu bewirtschaften», erklärt Stefan Bächli, Obstbauchef bei Jucker Farm. In der entstehenden Freifläche möchte er Platz für Biodiversitätsmassnahmen in Form eines Steinhaufens oder einer Blumenwiese lassen. «Das wäre für die Insekten und Kleinlebewesen eine ideale Ergänzung zur Hecke gegenüber auf der anderen Seite des Weges».

Gerodete Apfelbaumreihen

Besonders die Fläche am Wald sieht trostlos aus...

Apfelbäume abrasiert

Aber was auf den ersten Blick etwas brutal aussieht...

Abgeschnittene Apfelbaumstämme

...hat gute Gründe. Denn der Obstbau steht nicht still.

Alte Bäume weg

Auf dem Feldstück vor dem Wald sieht der Eingriff noch radikaler aus. Hier wurden gleich mehrere Reihen Obstbäume gefällt. «Hierbei handelte es sich um 20 Jahre alte Rubinette-Apfelbäume. Normalerweise werden Niederstammbäume zwischen 12 bis 14 Jahre alt. Diese Sorte ist zwar bei unseren Kunden sehr beliebt. Aber sie sind sehr aufwändig in der Bewirtschaftung und benötigen einiges an Pflanzenschutz.» Deshalb waren sie Bächli schon länger ein Dorn im Auge.

Bächli pflanzt aber nicht sofort neue Bäume. «Der Boden hat eine Pause verdient, er ist durch die Bewirtschaftung ziemlich beansprucht», erklärt er. Teilweise bestünden 20 Zentimeter tiefe Fahrrinnen von den Traktorreifen. Der Boden insgesamt ist sehr verdichtet. Erst einmal soll hier ein Jahr lang einfach nur eine Zwischenbepflanzung wachsen, die den Boden wieder auflockern würde. Danach kämen wieder neue Apfelbäume. Welche Sorte ist noch offen.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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