Familie mit Huhn
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Lokale Lieferanten bevorzugt

Wer in einem der vier Läden der Jucker Farm einkauft stellt fest, dass wirklich viele Produkte aus Eigenproduktion sind. Das ist auch das Ziel: Möglichst viele der verkauften Produkte für den Hofladen und die Gastronomie selber produzieren und verarbeiten zu können.

Das geht aber nicht bei allem. Fleisch und Milch produzieren wir auf unseren Höfen nicht selber, genau so wenig wie Eier. Dafür fehlt uns der Platz für Stallungen, das Land und die Kompetenzen - wir müssten den Betrieb komplett umkrempeln. Deshalb beziehen wir diese Produkte wenn immer möglich vom möglichst nächstgelegenen Produzenten. Wobei das nicht immer das einzige Kriterium ist. Dazu mehr später.

Ad Hoc-Kooperationen auf dem Römerhof

Sogar bei der Hauruck-Aktion Römerhof gingen wir auf lokale Lieferanten zu, um ihnen eine Plattform zu bieten. Beziehungsweise sie kamen auf uns zu ;-).

So zum Beispiel der Kultbauer Dani Maag (Hof Wiesengrund) aus dem Glatttal, der vor einigen Monaten in den Medien war, weil er seine Rüebli verschenkte. Nun verkauft er sie auf dem Römerhof. Letzte Woche hat er kurzerhand einige Paloxen ungewaschene Rüebli (sind so länger haltbar) und Wirz auf den Römerhof geliefert. Der Hof der Familie Maag liegt nur 6 km vom Römerhof entfernt.

Das mit den Kilometern wissen wir so genau, weil wir in unseren Hofläden bei allen Fremdprodukten die Anzahl Kilometer angeben, die zwischen unserem Hofladen und dem Produzenten liegen.

«Es wäre günstiger, einen Lieferanten für alle Höfe zu haben.»

Eine weitere schöne Geschichte ist diejenige von Thomas Burren (burren-honig.ch). Er kam schon kurz nach dem Kauf des Römerhofs auf uns zu für eine Kooperation. Jetzt hat er bei der Spontaneröffnung kurzerhand seinen kompletten restlichen Honig geliefert. Sein Hof liegt nur 2 km vom Römerhof entfernt.

Ein Gesamtlieferant wäre billiger

Das Prinzip «von möglichst nah» zu verfolgen ist für uns nicht gratis. Es wäre oft günstiger, einfach einen Lieferanten für alle Höfe zu haben. Erstens könnten wir wesentlich grössere Mengen einkaufen und würden so von einem günstigeren Einkaufspreis profitieren.

Zweitens bedeutet es aber einen massiven Mehraufwand in der Administration, jeweils einzelne Bestellungen bei den verschiedenen Lieferanten zu tätigen. Es ist ein Mehraufwand, den wir gerne auf uns nehmen. Weil es uns wichtig ist, lokale Lieferanten zu unterstützen. Aber auch, weil wir die menschliche Nähe schätzen.

Dani Maag, 6 km vom Römerhof entfernt, lieferte spontan ungewaschene Rüebli, die länger haltbar sind.

Senn Kaesen

Die Familie Abderhalden aus Gibswil liefert feinen Alpkäse auf den Juckerhof.

Mann und Frau mit Hühnern

Angi und Pascal von der Stöckli Ei AG in Saland liefern die Eier für den Juckerhof.

Bauernhof Im Ruuedi

Vom Hof «Im Rüedi» kommt das Freiland-Naturabeef und Säulifleisch auf dem Spargelhof in Rafz...

Eichenberger Wurstsortieren

Die Metzgerei Eichenberger liefert nicht nur Fleisch, sonder produziert auch Gänsewürste für uns...

Nicht das einzige Kriterium

Es gibt sie trotzdem, die Lieferanten, die gleich alle unsere Höfe beliefern, obwohl sie nicht gleich nah bei allen Höfen liegen. Zum Beispiel der Gemüseproduzent Thurland Bio aus Andelfingen (ZH). Der Hof liegt 12 km vom Spargelhof entfernt, 25 km vom Römerhof. Zum Juckerhof sind es dann 42 km und zum Bächlihof gar 51 km. Das scheint auf den ersten Blick komplett unverhältnismässig. Ist es aber nicht. Warum? Thurland Bio liefert alle Waren direkt an den Spargelhof in Rafz. Via unserer internen Logistik die sowieso täglich zwischen den Höfen verkehrt, werden die Bestellungen dann auf die verschiedenen Höfe verteilt. Ausserdem haben sie eine fantastische Auswahl an qualitativ hochwertigem Gemüse, die man wo anders nicht so leicht findet.

«Viele lokale Lieferanten erschrecken, wenn sie erfahren, welche Mengen wir bestellen möchten…»

Warum hier nicht einfach lokale Produzenten wählen? Wir haben in unseren Läden mittlerweile ein breites Angebot, das wir unseren Kunden zur Verfügung stellen wollen. Um diese Breite zuverlässig liefern zu können, sind wir dann doch auch auf grössere Lieferanten angewiesen. Zudem ist die Menge und die Konfektionierung der Ware ein wichtiges Kriterium. Viele lokale Lieferanten erschrecken erstmal, wenn sie erfahren, welche Mengen wir bestellen möchten und können diese gar nicht konsistent liefern. Und die Produkte müssen teilweise abgepackt und mit einem Strichcode versehen werden. Hier scheitern viele kleine Lieferanten. Es ist immer ein Abwägen zwischen Liefersicherheit und Lokalität. Und natürlich muss auch die Qualität stimmen.

Lokalität ist somit nicht das einzige Kriterium, aber ein wichtiges. Und oft haben wir einfach auf einem Hof gute Erfahrungen mit einem Lieferanten gemacht und übernehmen ihn deshalb dann für weitere Höfe, wie es z.B. mit der Natürli AG der Fall ist.

Weitere lokale Lieferanten

Auch auf den anderen drei Höfen berücksichtigen wir lokale Lieferanten. Hier einige Beispiele. Die Liste ist nicht abschliessend, sondern soll rein der Illustration dienen:

Juckerhof, Seegräben

Bächlihof, Jona

  • Eier und Eierlikör von Christine Thalmann vom Chriesihof in Ernetschwil, 15 km vom Bächlihof entfernt. Sie kommt seit über 20 Jahren jede Woche persönlich vorbei.
  • Saisonal Baumnüsse aus Ermenschwil, 6 km vom Bächlihof.
  • Schnaps  und Wein von Werner und Lydia Bächli gleich nebenan, die ihren Grappa aus Tessiner Trauben herstellen.

Spargelhof, Rafz

  • Naturabeef und Schweinefleisch aus dem Freiland vom Puurehof im Rüedi bei Freienstein-Teufen, 15 km vom Spargelhof entfernt.
  • Weisse Eier von Armin Baur von Rafz, 1.7 km vom Spargelhof entfernt, braune Eier von Geflügelhof Zaugg in Höri, 15 km vom Spargelhof entfernt.
  • Fisch von der Bio-Forellenzucht Glauser in Bachs, 20 km vom Spargelhof entfernt.
  • Honig von Josef Vogt aus Rafz, rund 2 km vom Spargelhof entfernt.

Römerhof, Kloten

Weitere, oben nicht genannte Lieferanten aus der Umgebung:

  • Bio-Fisch von der Fischzucht Obermüli in Embrach, gut 8 km vom Römerhof entfernt.
  • Freiland-Eier vom Rankhof in Kloten, rund 5 km vom Römerhof entfernt.

Auch andere Partner lokal

Auch bei Partnerschaften zur Herstellung von Produkten aus unseren Rohstoffen wählen wir nach Möglichkeit Spezialisten aus der Region. So werden zum Beispiel unser Spezial-Biere von der St.Laurentius Craft Beer in Bülach (7 km vom Römerhof) gefertigt, helles und Amber-Bier von Euelbräu Winterhtur (14 km vom Römerhof), die Glacés von Dieci in Rapperswil-Jona (2,3 km vom Bächlihof in Jona) oder diverse Milchprodukte wie die Kürbis- und Beeren-Joghurt von der Käserei Camenzind in Fehraltorf (7 km vom Juckerhof in Seegräben). Man könnte noch viele weitere aufzählen.

Aus der Ferne betrachtet relativiert sich die Diskussion um Lokalität der Lieferanten rasch. Denn in der Schweiz ist - im Vergleich zu anderen Ländern - sowieso alles sehr nah. «Ich glaube, wir haben hier in der Schweiz einen sehr hohen Standard, was Lokalität betrifft», merkt Martin Jucker an, «in anderen Ländern gälte die ganze Schweiz als eine einzige Region. Und wir bemühen uns, sogar innerhalb des Kantons zu bleiben. Das ist schon sehr ehrgeizig».

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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