Hofeigener Solarstrom

25. April 2018 Nadine

Wie bereits berichtet, wurde diesen Winter unser Hofladen in Rafz umgebaut (Neuer Hofladen in Rafz). Doch der Laden ist nicht das einzige Projekt, welches zu dieser Zeit umgesetzt wurde. Weiter wurde eine neue Halle gebaut, was mehr Platz für unsere Spargeln und Co. bedeutet. Doch das wirklich Bemerkenswerte ist nicht auf den ersten Blick erkennbar…

Martin Jucker erklärt das Energiekonzept

Energieautarker Bauernhof

Mit der neuen Halle und den neuen Kühlräumen stieg auch der Stromverbrauch des Spargelhofs massiv an. Der grösste Stromschlucker ist die Kühlanlage, in der beispielsweise die frischen Spargeln gelagert werden, bis sie auf den Tellern unserer Kundinnen und Kunden landen. Der bestehende Stromanschluss reichte nicht mehr aus. Doch anstatt einfach eine neue Leitung zu legen, verwirklichte Martin Jucker seinen Traum vom energieautarken Bauernhof.

«Der Spargelhof ist der erste wirklich energieautarke Bauernhof der Schweiz,» erklärt er stolz. «Anstelle eines neuen Stromanschlusses, haben wir auf den Dächern der neuen und alten Halle eine Photovoltaikanlage installiert. Hinter dem Hof steht ein grosser Batteriespeicher mit intelligenter Steuerung, in dem die überschüssige Energie gespeichert wird. Bei einem grossflächigen Stromausfall kann unsere Produktion weiterlaufen! Das ist einmalig bisher.»

Der Spargelhof eignet sich ideal zur Nutzung von Solarenergie, denn die meiste Arbeit fällt bei schönem Wetter an.

Wie viel Strom aktuell produziert wird, sehen Sie live hier: 

Livebild Stromkreislauf

Der intelligente Energiespeicher hinter dem Hof (Bild: Daniel Hager).
Ziel: Elektromobilität auf Traktoren ausweiten.

Ein ganzheitliches Konzept

Die Photovoltaikanlage ist nur ein Puzzleteil (wenn auch ein grosses) im ganzen Konzept. Beispielsweise wird mit der Abwärme der Kühlanlagen geheizt. Auch der Holzofen im Hofladen, in dem jeden Tag frisches HofBrot gebacken wird, hat seinen Zweck im System: Die Abwärme heizt den Laden im Winter und im Sommer wärmt es das Duschwasser der Mitarbeitenden.

Ziel ist, dass der ganze Hof mit Solarenergie betrieben werden kann, auch die Traktoren. Dort ist aber die Technik noch nicht soweit. Ein erstes elektrisches Betriebsauto (abgesehen von Martin Juckers iMiEV) ist dennoch bereits in Betrieb; ein kleiner elektrisch betriebener Bus, mit dem die Rafzer Mitarbeitenden von Feld zu Feld düsen können – wobei «düsen» das falsche Wort ist, das Büsli fährt maximal 50 kmh ;)

Unsere Partner

«Ohne gute Partner, hätten wir diese Idee niemals in die Tat umsetzen können,» sagt Martin Jucker. «Die Technologien gibt es schon länger, aber die Herausforderung war, diese intelligent zu verknüpfen.» Dies sind unsere Partner:

Am 25. April wurde das Projekt Vertreterinnen und Vertretern aus Medien und Politik vorgestellt.

Von links: Beat Jucker, Roland Zwingli (RZ Energiemanagement), Martin Jucker, Romeo Deplazes (Energie360), Jürg Grossen (GLP), Tobias Meier (Energie360) und Dominik Müller (Solvatec). (Foto: Sara Keller).

NACHMACHEN ERWÜNSCHT!

«Es wäre schön, wenn möglichst viele Bauernhöfe dieses oder ein ähnliches Konzept umsetzen würden,» sagt Martin Jucker. Viele sind jedoch skeptisch, vor allem die Initialkosten und die vermeintlich höheren Stromkosten schrecken viele ab. Dabei; «Das Schönste am ganzen Konzept ist, dass wir keine höheren Kosten haben als vorher. So werden auch die Spargeln nicht teurer, aber das Gewissen ist besser beim Essen,» schmunzelt Martin Jucker.

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