Zu Jucker Farm
Spezielle Apfelsorte Berner Rosen
von Valérie

Spezielle Apfelsorten

Apfelsorten gibt es unzählige. Trotzdem möchten wir euch eine Übersicht bieten. Wir starteten dabei mit den frühen Herbstorten und lieferten nach mit einem Schübel späten Herbstsorten. Dann wären eigentlich noch die Lagersorten dran gewesen. Aus irgendeinem Grund haben wir die aber erst später angeschaut. Was in der Reihe auch noch fehlte, sind die frühen Sommersorten und einige besondere Sorten. Auf die wollen wir hier eingehen.

Hinweis: Gerade WEIL diese Sorten so speziell sind, haben wir von den meisten wenn dann nur Kleinstmengen. Diese landen weder garantiert im Hofladen noch sind sie vorbestellbar.

Berner Rosen – so rot wie Blut…

Der Apfel, den Schneewittchen gegessen hat, er war bestimmt ein Berner Rosen 😊. Er ist schön dunkelrot, mittelgross, mit hellen Punkten und ziemlich kugelrund. Das Fleisch ist grünlich-weiss, hat ein würziges Aroma. Aber Achtung, wird er zu gross, kann er schnell mehlig werden und er bekommt leicht braunes Fleisch. So schön er ist, leider ist er stark krankheitsanfällig und wird deshalb nicht für den Erwerbsanbau empfohlen. In Seegräben stehen noch ca. 4-5 Bäume davon…

Spezielle Apfelsorte Berner Rosen
Schneewittchens Apfel war bestimmt ein Berner Rosen.

Danziger Kantapfel

Der Danziger Kantapfel ist eine alte Sorte. Schon im 18. Jahrhundert wurde er verkauft. Die Bäume wachsen auch in höher gelegenen Gebieten. Bis zu einer Höhe von 1000 m ü. M. fühlen sie sich wohl. Die Mittelgrossen Früchte haben ein intensives Karminrot und einen schönen natürlichen Glanz. Denn die Äpfel sind mit einer natürlichen Wachsschicht überzogen. Auch das eher weiche Fruchtfleisch hat einen Rotstich. Der Danziger Kantapfel ist saftig, und hat einen süssen, leicht an Wein erinnernden Geschmack. Gepflückt wird er ab Ende September und lässt sich ungefähr bis im November lagern.

Glockenapfel – super Lagerapfel

Ein eher grosser Apfel, der – wie könnte es auch anders sein – eine glockenähnliche Form hat. Sein festes, knackiges Fruchtfleisch hat viele Liebhaber. Auch der Glockenapfel ist eine sehr alte Sorte. Er ist anfällig für Schorf. Geerntet wird er Anfang bis Mitte Oktober und man kann ihn sehr gut lagern, im Kühllager bis Ende Mai, im CA-Lager sogar bis Mitte Juli im Folgejahr.

Der Usterapfel - ein kleines Urgestein.
Der Usterapfel - ein kleines Urgestein.

Gravensteiner – knubbeliger Klassiker

Eine relativ bekannte Sorte, die oft auch im Detailhandel anzutreffen ist. Sein kräftig-aromatischer Geschmack ist sehr geschätzt. Allerdings ist diese Sorte stark anfällig für Schorf, Mehltau und Stippe. Sein typisches Aussehen mit den eher grossen, rot-grün gefleckten Äpfeln, dem kurzen, knubbeligen Stil und der unregelmässigen Form ist leicht wiedererkennbar. Er wird ab Mitte August gepflückt und ist im Kühllager bis Ende August haltbar. Stolze 280 Bäume stehen auf dem Bächlihof in Jona, in Seegräben nochmal ungefähr 80 Bäume.

Gravensteiner sind ein alter Klassiker.
Gravensteiner sind ein alter Klassiker.

Sternapi (Pro Specie Rara Sorte)* - Meister Yoda der Äpfel

Eine sehr, sehr alte Apfelsorte. Bereits die alten Römer sollen ihn gekannt haben. Ende des 15. Jahrhunderts wurde er erstmals beschrieben als «pomum pentagonum» (fünfeckiger Apfel). Denn wie der Name schon sagt, hat der Sternapfel eine charakteristische, fünfeckige Form. Die Äpfel dieser Sorte sind eher klein und haben ein festes, gelbweisses Fruchtfleisch. Das Esserlebnis zeichnet sich vor allem durch das Wissen aus, einen Apfel zu geniessen, den schon unsere Vorfahren gegessen haben. Er ist primär sehr dekorativ. Auf dem Juckerhof und auf dem Bächlihof steht jeweils auch nur ein Baum, mehr aus nostalgischen als aus wirtschaftlichen Gründen.

Sternapi - sehr, sehr alt - wie Meister Yoda ;-)
Sternapi - sehr, sehr alt - wie Meister Yoda 😉

Summerred – schlank und rot

Ein mittelgrosser, eher hoher, schlanker Apfel. Wie der Name schon sagt, schön rot, mit hellen Punkten. Er ist etwa gleichzeitig reif wie der Gravensteiner. Das Fleisch ist sehr saftig, aber eher fein im Aroma, mit einem etwas säuerlichen Geschmack. Der Baum ist mehltautolerant, aber anfällig für Schorf und Baumkrebs. In Jona stehen davon ca. 150 Bäume, in Seegräben ca. 50.

Sommerred - schön und weiss gepunktet.
Sommerred - schön und weiss gepunktet.

Usterapfel – klein, fein und gelb

Der kommt wirklich aus Uster, was ja gleich bei uns um die Ecke ist. Er soll um 1760 von einem Holländer auf die Burg in Uster gebracht worden sein. Er ist ein kleiner Öpfeli, der Usterapfel, eher hoch als breit. Seine Haut ist etwas fettig und gelb. Süss und saftig im Geschmack und schön knackig. Gegenüber Schorf und Mehltau nur wenig anfällig. Geerntet wird er Anfang September und bleibt im Kühllager bis Ende Dezember frisch.

Glockenäpfel sind eine alte und sensationelle Lagersorte.
Glockenäpfel sind eine alte und sensationelle Lagersorte.

Alle Apfelsorten von Jucker Farm

*Hier die aktuelle Übersicht über alle Sorten, die auf dem Juckerhof in Seegräben und auf dem Bächlihof in Jona angebaut werden. Manche Apfelsorten sind jedoch nur in sehr kleinen Mengen auf einem der Höfe verfügbar. Von anderen Sorten haben wir grosse Mengen und immer auf allen Höfen. Die Sortimente vor Ort werden kurzfristig angepasst. Wir können also keine Versprechen abgeben darüber, ob eine Sorte wirklich vor Ort ist:

  • Allegro (in Teil 1 vorgestellt)
  • Berner Rosen (in diesem Artikel)
  • Bonita (in Teil 2 vorgestellt)
  • Boskoop (in Teil 1 vorgestellt)
  • Braeburn (in Teil 3 vorgestellt)
  • Cassiopeia (in Teil 1 vorgestellt)
  • Cox Orange (in Teil 1 vorgestellt)
  • Danziger Kantapfel (in diesem Artikel)
  • Diwa® (Sorte Milwa; in Teil 2 vorgestellt)
  • Dreamer (in Teil 2 vorgestellt)
  • Elstar (in Teil 1 vorgestellt)
  • Florina (in Teil 2 vorgestellt)
  • Gala (in Teil 1 vorgestellt)
  • Galant (in Teil 2 vorgestellt)
  • Galmac (in Teil 1 vorgestellt)
  • Ghiva (in Teil 2 vorgestellt)
  • Glockenapfel (in diesem Artikel)
  • Golden Delicious (in Teil 2 vorgestellt)
  • Goldlane (in Teil 3 vorgestellt)
  • Gravensteiner (in diesem Artikel)
  • Idared (in Teil 2 vorgestellt)
  • Jonagold (in Teil 2 vorgestellt)
  • Ladina (in Teil 2 vorgestellt)
  • Opal (in Teil 3 vorgestellt)
  • Primerouge (in Teil 1 vorgestellt)
  • Red Spring (in Teil 3 vorgestellt)
  • Rondo (in Teil 3 vorgestellt)
  • Rubelit (in Teil 1 vorgestellt)
  • Rubinette (in Teil 2 vorgestellt)
  • Rubinola (in Teil 1 vorgestellt)
  • Spartan (in Teil 1 vorgestellt)
  • Sternapi (in diesem Artikel)
  • Summerred (in diesem Artikel)
  • Topaz (in Teil 2 vorgestellt)
  • Usterapfel (in diesem Artikel)

Valérie war Vollblutautorin des FarmTickers (bis Juni 2024) und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

Beiträge von Valérie
2 Kommentare zu “Spezielle Apfelsorten”
    Dori

    Ich weiss nicht, aber ich denke, die Zürcher sind schalus (neidisch) auf unsere Berner Rosen;-)
    Sehr interessanter Bericht über die Äpfel, vielen Dank.
    lg
    Dori

    Antworten
    Valérie Sauter

    Haha, das könnte sein... ;-). Danke für die schöne Rückmeldung!

    Antworten

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