Zucker Spender
Farmticker Icon Hofleben Hofleben von Nadine

Zuckerdiebe

Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Die Hoffnung ist wie Zucker im Kaffee: Auch wenn sie klein ist, versüßt sie alles.» Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. So auch die Hoffnung, dass die nächsten Zuckerspender länger als 3 Wochen halten. Doch beginnen wir von vorne…

Adieu schöne Zuckerspender

In den Hofrestaurants wurde der Grossteil an Einweggeschirr verbannt oder weniger präsent platziert (siehe Artikel «Weg mit dem Einweggeschirr» vom 18.3.2019). Dazu gehörten auch die Kaffeerähmli und die einzeln abgepackten Zuckersticks für in den Kaffee. In Seegräben auf dem Juckerhof wurde eine schöne Kaffeetheke eingerichtet mit mehrfach verwendbaren Zuckerspendern. Vier hat die Leiterin des Hofrestaurants, Melanie Sorg, gekauft: «Ich habe vier Spender bestellt, damit wir zwei auf Vorrat haben, sollte einer kaputt gehen. Doch bereits nach weniger als einem Monat nach der Einführung sind alle vier verschwunden. Zwei sind nach rund 2 Wochen wieder irgendwo auf dem Hof aufgetaucht.» Wohin verschwinden denn Zuckerspender? Offensichtlich nehmen einige Gäste die Zuckerspender mit – zuerst an den Platz, dann mit nach Hause. «Ich musste schon mehrere Gäste darauf hinweisen, dass die Idee hinter dieser Kaffeestation ist, dass man sich dort bedient, den Spender wieder hinstellt und nachher an den Platz geht,» berichtet Melanie Sorg.

Schon seit Jahren stehen Salzspender beim Salatbuffet. Dort hat es eine Tafel mit dem Hinweis, dass die Spender zum Tisch genommen werden dürfen, aber dass man sie nach Gebrauch bitte wieder zurückbringen soll. Werden auch Salzspender geklaut? Dort sei die Kontrolle schwieriger, da so viele Spender im Umlauf sind, denn auch bei grossen Events werden diese verwendet, erklärt Melanie Sorg.

Kaffee-Theke
Das ist die neue Kaffee-Theke auf dem Juckerhof.

In Ketten legen

Müssten also Verbotstafeln bei den Zuckerspendern angebracht werden? Oder sollen sie gar angebunden werden? Das würde den Aufwand beim Nachfüllen wieder erhöhen. Und es ist äusserst unsympathisch, wenn alles was lose auf dem Hof rumsteht angekettet werden müsste. Deshalb wird an den gesunden Menschenverstand appelliert. Doch diesem ist nicht immer zu trauen, wie auch schon der Artikel «Langfinger auf dem Hof» vom Herbst 2018 zeigt. Demnach wird gerade während gut besuchten Zeiten aktiv geklaut auf den Juckerschen Höfen.

Auf dem Bächlihof fehlt ebenfalls ab und zu nach dem Sonntagsbrunch die eine oder andere Tischdekoration. «Wir finden es ja schön, dass die Deko anscheinend gut ankommt, dennoch sollte man sich nicht einfach bedienen. Hinter der Dekoration steckt Arbeit und Material,» erklärt Nora Stalder, Leiterin des Hofladenrestaurants auf dem Hof in Jona.

Auch Deko wird gegessen

In Seegräben wird die Deko gleich aufgegessen… Gleich über den Zuckerspendern stehen grosse Einmachgläser, gefüllt mit Kürbiskernen und Öpfelringli. Diese dienen zur Dekoration und zum «Gluschtigmachen». Beide Produkte gibt es nämlich im Hofladen zu kaufen. Das scheint einige Gäste nicht zu interessieren – fleissig wird nämlich zugelangt. Hier würden wohl höchstens Vorhängeschlösser Abhilfe leisten… Doch wie schon ein Sprichwort aus dem 13. Jahrhundert sagt: «Verboten Wasser ist süßer als offen Wein.»

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job reist sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

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