Bauer mit Strohhut
Bauern Lexikon von Valérie

Bauernbegriffe erklärt

Schon mal mit Bauern gesprochen und nur Bahnhof verstanden? Gut möglich, denn die Vielfalt an Begriffen, die in der Landwirtschaft gebräuchlich sind ist gross. Weil uns wichtig ist, dass sich Land und Stadt verstehen, starten wir ein Bauernlexikon und erklären jede Woche einen neuen Bauernbegriff aus dem Bereich der Landwirtschaft. Diese Liste wird also laufend ausgebaut.

Manche kennt ihr sicher schon, manche vielleicht noch nicht und dann sind wir froh, wenn wir helfen konnten.

Wenn ihr selber Begriffe habt, die ihr schon lange gern erklärt haben wolltet, dann macht ein Mail an marketing@juckerfarm.ch mit dem Betreff «Bauernlexikon». Wir nehmen eure Anregungen sehr gerne auf.

  • Mulchen

    Mulchen heisst, dass Gras oder andere Überreste des Anbaus auf dem Feld abgemäht und zerkleinert und danach auf dem Feld belassen wird. Mulchen hat zum Ziel, die Pflanzenreste schneller abbaubar zu machen und damit den Boden wieder aufzuwerten. Das kann durch einen so genannten Schlegel- oder Sichelmulcher geschehen.

  • Hektare / Are

    Eine Hektare ist ein landwirtschaftliches Flächenmass und entspricht 100 Aren (weil Griech. «hekto» = Hundert). 1 Are beträgt 10 x 10 Meter oder 100 m2. Eine Hektare sind also 100 x 100 Meter oder 10'000 m2.

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  • Silo / Silage

    Ein Silo ist erst einmal ein grosses Speicherbehältnis. Es kann zur Aufbewahrung von allerlei Schüttgütern wie z.B. Zement, Kalksteinmehl oder Kunststoffgranulat verwendet werden. In der Landwirtschaft bewahrt man in einem Silo vor allem Futtermittel oder Getreide auf.

    Die Silage hingegen ist der Landwirtschaft vorbehalten. Sie bezeichnet das im Silo durch Milchsäure vergorene Futter für die Tiere (meist Rinder).

    Die klassischen Hochsilos sind hohe Türme, die von oben befüllt werden, mit einem Entleerungsklappe unten. Neuerdings setzen sich immer mehr so genannte Flach- oder Fahrsilos durch, da sie einfacher zu bewirtschaften sind und weniger gefährlich.

    Es kam und kommt nämlich in Hochsilos immer wieder zu bösen Unfällen, bei denen Leute durch Gase im Silo erstickt oder in der Silage untergegangen sind.

  • Schleppschlauch

    Der Schleppschlauch ist eine Vorrichtung zur emissonsarmen Ausbringung von Gülle direkt auf den Boden. Ab 2024 ist diese Art der Ausbringung in der Schweiz vorgeschrieben, da sie mit weniger Emissionen verbunden ist, als die herkömmliche Ausbringung von Gülle mittels eines Pralltellers, bei der die Gülle durch die Luft geschleudert wird, bis sie auf dem Boden landet. Die Schleppschlauchpflicht wird von vielen Bauern als problematisch angesehen. Dies hat unterschiedliche Gründe. Einerseits wegen der hohen Anschaffungskosten der Schleppschlaucheinrichtung und andererseits, weil sich die Ausbringung mittels Schleppschlauch in manchen Gegenden kaum bewerkstelligen lässt. Ebenfalls ein Thema ist die Futterverschmutzungen bei Viehhaltern. Das Thema schreit nach einem eigenen Artikel ;-).

  • Stöckli

    Das «Stöckli» ist das so genannte «Auszugshaus». Es ist der Teil auf dem Bauernhof, in den die Eltern- bzw. Grosselterngeneration hinzieht, wenn sie die Bewirtschaftung des Hofs ihren Kindern übergeben. Manchmal wohnten da aber auch Knechte oder Mägde und das Gebäude war mit einem Vorratsspeicher, einem kleinen Stall oder einem Ofen versehen.

Gibt es ein Bauernbegriff, das du gerne mal erklärt hättest? Dann schreib es in die Kommentare oder mach ein Mail an marketing@juckerfarm.ch mit dem Betreff «Bauernlexikon».

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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