Abfallwoche KZO Linus Sarah Nah
Hofleben von Nadine

Die KZO sagt dem Plastik den Kampf an

Linus Hardegger und Sarah Herrmann von der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) in Wetzikon, haben dem Plastikmüll den Kampf angesagt. Sie haben die «Arbeitsgruppe nachhaltige KZO» gegründet und starten diese Woche mit der «Abfallwoche», einer Initiative gegen den Abfallberg, den die Schülerinnen und Schüler der Kanti produzieren.

Wir finden dieses Projekt super, da wir selber versuchen wo immer möglich auf Plastik zu verzichten, sei das im Hofrestaurant, in der Küche, in der Logistik oder im Hofladen. Deshalb unterstützen wir Linus und Sarah und haben einen Teil des Mehrwegbestecks von der Firma Recircle, welches sie an die Schülerinnen und Schüler verteilen, gesponsert. Ich habe mit den beiden über ihr Projekt gesprochen…

Was genau ist die Abfallwoche?

Alles hat vor den Sommerferien angefangen. In der «Hauskommission» der KZO gab es ein Projekt, in dessen Rahmen die Firma Recircle vorgestellt wurde, die Mehrweggeschirr herstellt. Doch das Projekt kam nicht vom Fleck, also haben wir ein paar Leute gesucht und die Nachhaltigkeitsgruppe gegründet.

Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir den Schülern überhaupt bewusst machen können, dass wir eine Abfallproblematik haben. So ist die Abfallwoche entstanden:

Am ersten Tag (10. Januar) haben wir begonnen, überall in der Kanti Bilder aufzuhängen, zum Beispiel von einer Schildkröte, die im Plastik festhängt. Ohne Kommentar. Am zweiten Tag kamen Bilder von überfüllten Abfalleimern in der KZO hinzu, oder von falsch sortiertem Müll. Wir hätten nämlich ein gutes Recycling-System hier an der Schule – es hat immer einen normalen Abfalleimer plus einen für PET und einen für Alu. Aber es interessiert die Schüler teilweise gar nicht, viele entsorgen trotzdem falsch. Und das stört uns sehr.

Am Mittwoch stellen wir den Abfall einer ganzen Woche, das sind etwa zwölf Container, bei der Freitreppe hin. Das soll den Schülern vor Augen führen, wie viel Abfall wir in nur einer Woche produzieren. Und heute Donnerstag machen wir Klassenbesuche. Wir sprechen verschiedene Punkte an; die globale Abfallproblematik aber auch die konkreten Probleme hier in der KZO. Ausserdem stellen wir zwei Nachhaltigkeitsprojekte vor und gehen auf das System von Recircle ein, einfach um den Schülern zu zeigen, was ihre Aufgabe ist und mit wie wenig Aufwand sie etwas verändern können. Am Mittwoch, 23. Januar wird das Mehrweggeschirr von Recircle in der Mensa eingeführt.

Abfallwoche KZO
Diese Bilder haben Linus und Sarah überall an der Kanti aufgehängt.

Habt ihr schon Feedbacks erhalten?

Die Abfallwoche hat gerade erst gestartet und viele Schülerinnen und Schüler verstehen wohl noch nicht ganz, um was es geht. Vor allem von der Lehrerschaft haben wir positives Feedback erhalten bis jetzt. Aber wir denken, dass vor allem der Donnerstag, also dann, wenn wir in die Klassen gehen, etwas bewirken wird.

Die Nachhaltigkeitsgruppe ist noch nicht so bekannt, aber das soll sich ändern mit dieser Woche. Die Gruppe hat aktuell rund 20 Mitglieder, aber viele Schüler, die vom Projekt gehört haben, haben Interesse angemeldet, auch mitzumachen. Das ist ein gutes Zeichen.

Was sind eure Erwartungen für die Abfallwoche?

Wir würden uns wünschen, dass die Schüler wachgerüttelt werden. Dass sie, wenn sie im Lidl oder sonst wo ihren Take-Away-Zmittag einkaufen gehen, einen Abfallberg aus Plastik produzieren. Wir bieten mit dem Mehrweggeschirr einen Weg, dies zu verbessern. Aber die Schüler müssen es auch benutzten.

Es wäre schön, keine überfüllten Eimer und falsch sortierten Müll mehr zu sehen… Gerade heute haben wir jemanden beobachtet, der seine Alu-Dose einfach in den normalen Müll geworfen hat, obwohl nur Zentimeter daneben die korrekte Alu-Entsorgungsstelle stand. Das macht uns wütend.

Ziel ist also einerseits, Abfall zu reduzieren und andererseits die Schüler zu sensibilisieren.

Wie geht es nach der Abfallwoche weiter?

Nachhaltigkeit soll dauerhaft zum Thema werden an der Kanti. Wir möchten dann auch die Maturarbeit über dieses Thema machen und aktuell sind wir auf Projektsuche – also was könnte man sonst noch machen, um den ökologischen Fussabdruck der KZO zu verbessern.

Verzichtet ihr auch privat auf Plastik? Achtet ihr euch auf Nachhaltigkeit?

Linus: Meine Familie lebt schon sehr ökologisch, wir haben zum Beispiel kein Auto, machen alles mit dem ÖV. Aber als ich mich in das Thema eingearbeitet habe, sind mir schon noch viele Bereiche aufgefallen, die wir verbessern können, zum Beispiel die Plastiksäckli für den Einkauf im Detailhandel durch Mehrwegbeutel ersetzen. Oder ich habe angefangen weniger Fleisch zu essen. Dabei war ich so ein Fleischtiger. Aber es ist halt wirklich nicht sehr ökologisch so viel Fleisch zu essen. Da kann auch die Familie mitziehen, das ist toll. Wenn man darüber spricht, wird das Bewusstsein gestärkt.

Sarah: Seit ca. 6 Jahren lebe ich vegetarisch. Mittlerweile ist auch meine kleine Schwester nachgezogen. Meine Eltern essen dadurch viel weniger Fleisch und wenn, dann schauen sie, woher es kommt. Seit wir aktiv in der Familie über Nachhaltigkeit sprechen, merke ich schon, dass wir immer mehr darauf achten.

Linus: Das ist ein sehr wichtiger Punkt für uns, wir möchten nämlich nicht nur die Schüler sensibilisieren, sondern auch die Eltern.

Wir wünschen Linus und Sarah viel Erfolg bei ihrem Projekt und freuen uns, Teil davon zu sein!

 

Einige Massnahmen, die wir auf unseren Höfen gegen Plastik unternehmen:

Nadine kam von der Bank zum Bauernhof. Sie ist seit 2016 Marketing- und Kommunikationschefin bei Jucker Farm. Ihre Spezialität ist die digitale Kommunikation. Neben Ihrem Job backt sie leidenschaftlich gerne (Zum Portrait).

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