Getreidefeld mit Loch
Feldbericht von Valérie

Löcher im Getreidefeld

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Es ist Sommer, der Weizen gedeiht, die Ähren bewegen sich scheinbar sorgfältig orchestrierte Seidendecke sanft im Wind. Ein wahrer Augenschmaus.

Doch dann kommt das erste heftige Sommergewitter. Dann sieht das eben noch so hübsche Getreidefeld aus wie Mutters Hinterkopf wenn sie 5 Tage nicht mehr geduscht hat: Riesige Löcher von platt auf den Boden gedrückten Ähren, so wie auf dem Titelbild (das übrigens kein Feld von uns ist). Oder war’s ein Kornkreis? 😉

Was nun? Wie schlimm ist das für den Bauern? Kann er diese Flächen überhaupt noch ernten? Oder ist er verloren?

Ich habe bei Raphael Peterhans, Chef des Spargelhof in Rafz auf dem wir seit 2016 auch Getreide anbauen, nachgefragt:

Wie schlimm sind Sommergewitter für den Weizen?

Ist klar: Niemand freut sich, wenn sein Feld so aussieht. Aber: Es sieht schlimmer aus, als es ist.

Geerntet werden könne trotzdem, sagt Peterhans, nur müsse der Mähdrescher an den platt gedrückten Stellen etwas langsamer fahren. Der Ertrag ist also nicht beeinträchtigt. Es sei denn, die Halme fallen vor der Blüte um: «Dann kann es sehr wohl zu Ertragseinbussen kommen, da die Bestäubung nicht mehr gewährleistet ist», erläutert er.

Auf die Qualität des Getreides kann so ein Ereignis auch später sehr wohl Auswirkungen haben. «Allerdings hängt es davon ab, in welchem Stadium es den Weizen erwischt», sagt Raphael Peterhans. «Wenn es in einem späteren Stadium passiert, kann es sein, dass die Körner einfach einen unterschiedlichen Abtrocknungsgrad aufweisen», erklärt er. So oder so handle es sich um eine Qualitätseinbusse, die aber nicht gravierend sei.

Durch Züchtung konnte bei den heutigen ertragreichen Sorten erreicht werden, dass die Halme kürzer sind und weniger schnell umfallen. Ältere Sorten haben viel längere Halme und fallen je nach Lage schneller um. Wenn sie mal liegen, dann stehen sie nicht wieder auf.

Dreschen Spargelhof

Hochsommer ist Getreide-Erntezeit.

Hofbaeckerei Juckerhof

In der HofBäckerei in Seegräben wird von A bis Z alles selber gemacht...

Getreidemuehle Juckerhof

...in der Steinmühle wird das Korn...

Mehl in Papiersack

...sanft zu Mehl gemahlen.

Brote HofBäckerei

Daraus wird wiederum HofBrot im Holzofen gemacht...

Bächlihof Restaurant Wähe

...oder all die feinen Backwaren und Wähen, die in den HofRestaurants auf dem Buffet stehen.

Kuchen aus altem Brot

Und wenn das Brot nicht verkauft wird, verarbeiten es die HofBäcker kurzerhand zu Brotkuchen...

Bier aus Brot

...oder wir brauchen Bier draus.

Gerste bereits geerntet

Auf dem Spargelhof in Rafz werden mittlerweile Gerste, Hafer und Weizen angebaut. Die Gerste wurde letzte Woche bereits ins Trockene gebracht. In den kommenden Wochen ist dann auch der Weizen dran. Danach wird dieser in eine Getreide-Sammelstelle gebracht, gereinigt und für Jucker Farm eingelagert, bis es in der Steinmühle auf dem Juckerhof zu hofeigenem Mehl zu verarbeitet wird. Aus diesem Mehl wird wiederum Brot hergestellt. Ebenso wird es für diverse weitere Produkte in Hofrestaurant und Hofladen verarbeitet. Zum Beispiel Spaghetti, Nudeln und diverse Gebäcke.

Von A bis Z verwertet

Und weil’s so schön ist, soll dies auch noch erwähnt sein: Wenn das selbstgebackene Brot aus dem eigenen Weizen einmal übrigbleibt, wird sogar Bier oder Kuchen draus gemacht. Verwertung von A bis Z, das ist das Ziel.

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie liebt schöne Texte und hat vor der Geburt ihres zweiten Kindes das Kommunikationsteam von Jucker Farm geleitet (Zum Portrait).

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