Zu Jucker Farm
von Valérie

Schnittblumen als Klimasünder

Das Thema Regionalität hat sich in vielen Bereichen der Ernährung als Kriterium etabliert. Viele Leute legen Wert darauf, saisonale Lebensmittel aus regionaler Produktion zu kaufen.

Bei den Schnittblumen scheint das Thema allerdings noch nicht angekommen zu sein. Ein Grossteil der hierzulande verkauften Schnittblumen stammt aus ausländischer Produktion – sei es aus Gewächshäusern in Holland oder von irgendwo sonst auf der Welt.

Primär importiert

90% der in der Schweiz verkauften Schnittblumen stammen aus dem Ausland, nur 10% kommen von den hiesigen Feldern (Quelle: maxhavelaar.ch)

Im Jahr 2019 waren es gut 15 Tonnen Schnittblumen, die in die Schweiz importiert wurden (Quelle: bazg.admin.ch). 63% stammten aus den Niederlanden, 18% aus Kenia, 7% aus Ecuador, 6% aus Italien.

Dabei können Importblumen eine ziemlich miese Ökobilanz aufweisen – vor allem wenn man sie mit lokal im Freiland gewachsenen Blumen vergleicht.

2007 wurde eine Vergleichsstudie verfasst, die den CO2-Ausstoss von kenianischen Importrosen mit jenen aus lokaler, (fossil beheizter) Gewächshausproduktion verglich. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Ein Strauss Rosen aus einem fossil beheizten, europäischen Gewächshaus verursacht rund 58 kg CO2. Zum Vergleich: 1 kg Rindfleisch verursacht «nur» 13 kg, die kenianischen Importrosen (ohne Gewächshaus) dagegen bloss 3.7 kg CO2.

Genaue Zahlen zum CO2-Ausstoss lokaler Schnittblumen aus dem Freiland konnten wir leider nicht finden. Doch Fachpersonen schätzen ihn ähnlich hoch ein, wie jener im Anbau vergleichbarer Kulturen wie Chabis oder Kürbis. Und da liegt der Wert bei rund 0.2 kg CO2 pro Kilogramm Blumen. Tiefer geht es also nicht mehr.

90% der in der Schweiz verkauften Schnittblumen werden importiert...

Der CO2-Ausstoss für einen Strauss Rosen beträgt ein Mehrfaches eines KG Rindfleischs..

Doch Vorsicht: Europäische Produktion ist gar nicht besser als kenianischer Flugimport...

Die beste Option: Blumen im Freiland selberpflücken gehen. Wie z.B. auf dem Römerhof.

Höhere ökologische Standards

Unsere Blumen zum Selberpflücken auf dem Römerhof in Kloten und auf dem Blumenfeld bei Eglisau werden seit jeher komplett ohne Fungizide oder Insektizide angebaut. Punktuell mussten wir auf Herbizide zurückgreifen. Dies soll aber – so der Plan – längerfristig auch komplett eingestellt werden.

Ausserdem achten wir darauf, die Blumenfelder so biodivers wie möglich zu gestalten: Die Kulturen selbst sollen möglichst vielfältig sein. Im Winter lassen wir bewusst Pflanzen stehen, um Kleinstlebewesen und Vögeln über die karge Zeit Nahrung zu bieten. Wir achten auf eine möglichst gute Vernetzung zwischen den Lebensräumen, in dem wir auf Hecken, Bäume und buschartige Magerwiesen setzen. Steinhaufen, Altholz, Insektenhotels und Vogelhäuschen bieten zusätzlichen Unterschlupf.

Zudem arbeiten wir mit Gründüngung. Wenn die Blumen verblüht sind, wird eine Gründüngung eingesät, damit der Boden immer bedeckt bleibt. So bleiben die Nährstoffe da wo sie hingehören und das Bodenleben wird gefördert.

Auf dem Römerhof in Kloten und auf unserem Selberpflückfeld in Eglisau kann man von April bis Oktober Blumen selber schneiden.

Ausserdem bauen wir Trockenblumen selber an, um sie im Hofatelier für Dekoration...

...und Geschenke weiterzuverwenden.

Blumen pflücken Kloten

Was ist wo? Wo kann man bei uns Blumen selberpflücken?

Blumen zum Selberpflücken

Unsere Selberpflückfelder auf dem Römerhof in Kloten und bei Eglisau bieten zwischen April und Oktober immer wechselnde Blumen und sind täglich und zu jeder Tageszeit geöffnet. Bezahlt wird bar ins Kässeli oder mit TWINT. Schnittwerkzeuge stellen wir zur Verfügung – bitte wieder zurücklegen.

Die Blumen werden aber nicht nur zum Selberpflücken angebaut, sondern werden auch geerntet und getrocknet und können so im Hofladen gekauft werden. Einen grossen Teil davon verarbeiten wir aber auch in unserem HofAtelier zu schönen Geschenken oder verwenden sie für unsere saisonale Hofdekoration oder einfach so in den HofRestaurants.

Valérie war Vollblutautorin des FarmTickers (bis Juni 2024) und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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