Bensch Blatter
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Bensch – Logistik-Kapitän

Der «Bensch», wie wir unseren Logistikchef Benjamin Blatter nennen, ist so einer, dem man zutrauen würde, die Titanic über den Atlantik zu steuern, mit dem Unterschied, dass sie eben nicht mit dem Eisberg kollidieren würde 😉. Easy. Er überragt die meisten Menschen um 1-2 Köpfe und ist die Ruhe in Person. Vertrauenswürdig ist nur der Vorname. Zumindest wirkt er so an diesem Freitagmorgen, an dem wir uns auf dem Spargelhof Rafz zum Interview treffen.

Der Vater von 2 Kindern im Primarschulalter wohnt zwar mittlerweile im Thurgau (Gratistipp: Da sind die Einfamilienhäuschen deutlich günstiger als in Züri). Aufgewachsen ist er aber in Bülach, wo er auch bis vor 4 Jahren gelebt hat.

Bensch kommuniziert kurz aber klar. Das seien noch Überbleibsel von seiner längeren Zeit beim Militär, sagt er. Ursprünglich gelernt hat er Bäcker-Konditor: «Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass es zwar ein schöner Beruf ist, aber nicht meiner», erklärt er grinsend. Beim Militär sei er dann erstmals in die Logistik reingerutscht und hat da auch 8 Jahre gearbeitet und entsprechende Weiterbildungen gemacht.

Jetzt wollen wir aber schon etwas genauer wissen, was Bensch so für einer ist:

SEIT WANN ARBEITEST DU HIER?

Seit Mai letzten Jahres.

WAS IST DEIN JOB?

Ich habe im Wesentlichen zwei Funktionen: Ich bin Leiter Logistik und Stellvertreter von Beni Keil, dem Hofleiter vom Spargelhof in Rafz.

Mein Job ist es, die ganze Logistik am Laufen zu halten und sie zu digitalisieren. Das bedeutet, ich schaue, wo Waren im Lager untergebracht werden und organisiere die Spedition: Also wieviel von was geht wann mit welchen Lastwagen raus. Und welcher Lastwagen fährt welche Tour und nimmt dabei was mit. Und das Ganze soll digitalisiert werden, weil es unheimlich viel ist, wenn man das «von Hand» machen muss. Am Wochenende vor Halloween gehen hier etwa 7 grosse Lastwagen mit Halloweenkürbissen weg – allein zu Coop. In einem Lastwagen sind rund 20 Tonnen Kürbisse. Und das sind nur Kürbisse, dann haben wir ja noch andere Produkte. Alles, was die HofManufaktur produziert, kommt hierher und wird von hier aus wieder verteilt.

Unsere Logistik läuft mittlerweile 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Der erste Chauffeur fährt hier um 3:30, spätestens 4:00 morgens los, der letzte kommt um 3:00 Uhr heim. Das bedeutet auch für mich, dass ich rund um die Uhr – auch um 3 Uhr in der Nacht - erreichbar sein muss. Mein Handy ist immer an, damit man mich anrufen kann, wenn ein Wagen flachliegt oder sonst ein Problem auftaucht. Daran hat meine Frau gar keine Freude – aber zum Glück passiert es auch nicht mehr so oft wie am Anfang.

Wie gefällt es dir hier?

Es gefällt mir sehr. Ich schätze die kollegiale und familiäre Atmosphäre. Die Arbeit ist saisonal sehr intensiv, aber mit dem guten Team funktioniert es trotzdem sehr gut. Eigentlich funktioniert es nur dank dem guten Team so gut. Ein gutes Team ist alles. Alle helfen allen, wir ziehen am selben Strick.

Hast du eine Anekdote aus dem Arbeitsalltag? Pannen oder so? 😉

Pannen gibt’s regelmässig, aber lustig ist dann meistens weniger. Und in der Logistik hängt dann gleich eine ganze Kette dran und dann musst du halt um 3 Uhr nachts irgendeinen Ersatzwagen organisieren, weil der Transporter liegengeblieben ist. Und gleichzeitig musst du schauen, dass die Kühlkette noch eingehalten wird. Das gibt dann schochli Puls, aber ich mag das. So ein Job, bei dem ich am Wochenende schon weiss, was ich nächsten Mittwoch mache, wäre nichts für mich.

Was ist dein liebstes Jucker-Produkt?

Die Apfelringli. Sie sind anders als alle anderen! Die Besten!

WAS MACHST DU AM LIEBSTEN AUSSERHALB DER ARBEIT?

Meine Freizeit verbringe ich gerne mit der Familie und in der Natur.

HAST DU ZUKUNFTSTRÄUME, DIE DU UNS VERRATEN MAGST?

Ich habe sogar zwei! Einen davon wird mir die Firma verwirklichen. Ich werde meinen Master CAS in Supply Chain machen an der ZHAW Winti. Im Gegenzug dafür habe ich mich auch verpflichtet, danach ziemlich lange hier zu bleiben ;-P.

Und der zweite Traum ist es, eine Weltreise zu machen: Einmal rundherum. Mit dem Auto, so 2-3 Jahre lang. Aber sehr wahrscheinlich muss ich pensioniert sein, bis das geht.

FarmTicker Autorin Valerie Sauter Valérie Sauter

Valérie ist Vollblutautorin des FarmTickers und immer zur Stelle wenn's "brennt". Sie mag schöne Texte und offene Worte. (Zum Portrait).

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